Eiemer Seewicht 1985 e.V.

Vereinsregister:
Registergericht: Freiburg im Breisgau Reg.nr: VR 223
Sitz des Vereins:
Webereistrasse 1, 79689 Maulburg
Kontakt:
1. Vorstand: And_knueppel@yahoo.de
Schriftführer: schriftf.seewicht@web.de
Vorstand:
1. Vorstand: A. Knüppel
2. Vorstand: B. Bormann

Der geschichtliche Verlauf der Eiemer Seewichte:
Die Fasnachtsclique wurde im März 1985 unter dem Namen „Eiemer Seeteufel“ gegründet. Die damalige Dorfjugend wollte – inspiriert durch den Besuch am Schopfheimer Narrentreffen anläßlich des 50jährigen Bestehens der Narrenzunft Schopfheim- unbedingt Fasnacht machen und war voller Enthusiasmus dabei, als der Verein im Gasthaus Sonne in Eichen ins Leben gerufen wurde. Nach mehreren Sitzungen und Abstimmungen einigte man sich auf den Namen „Eiemer Seeteufel“ und machte sich daran die Häs zu nähen und die Masken auszuarbeiten. Man nahm zwar Kontakt auf zu der Narrenzunft Schopfheim, entschloß sich dann jedoch für den Beitritt in die „Föderation Europäischer Narren“- kurz F.E.N. genannt um finanziell und ideell von der Narrenzunft unabhängig zu bleiben.

Durch den Anschluß an die F.E.N. war – wie sich später herausstellte – eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Narrenzunft Schopfheim aus Konkurrenzgründen der entsprechenden Verbände (NZ Schopfheim integriert in V.O.N.-Verband Oberrheinischer Narren) nicht mehr möglich. Dies gipfelte in der Nichtteilnahme unseres Vereins an den Schopfheimer Fasnachtsumzügen. Nach und nach hat man sich dann jedoch einander angenähert, so dass die „Eiemer Seeteufel“ schließlich an die Schopfheimer Umzüge eingeladen wurden.

In dieser Zeit beschlossen die „Eiemer Seeteufel“ aus der F.E.N. auszutreten und als „wilde“ Clique Fasnacht zu machen. Als in Schopfheim neue Fasnachtscliquen gegründet wurden, die sich der Zunft anschlossen, bekamen die Eichener Fasnächtler zum ersten Mal von der Pike auf mit, auf welchen Grundlagen man nach alemannischem Fasnachtsbrauchtum einen Namen für eine Clique und ein Häs entwickelt.

So stellte man fest, dass der Name „Teufel“ in keinem ursächlichen Zusammenhang zum Eichener See steht, auf den man sich berufen hatte. Offensichtlich hatte man sich bei der Vereinsgründung nur oberflächlich mit der Sage um den Eichener See beschäftigt.

Nach mehreren vereinsinternen Diskussionen und Informationsveranstaltungen entschloß sich die Fasnachtsclique im März 1993 den Namen zu ändern und ein neues Häs anzuschaffen. „D`Eiemer Seewicht“ sind das Ergebnis der Beratungen.

Lustig – schelmische Wichtelgesichter mit spitzen Filzhüten, Wellen auf Jacke und Maskentuch stehen für den Eichener See, golden gestickte Eichenzweige auf der schwarzen Hose für unser Dorf Eichen und für den Reichtum der Wichte, Holzschuhe symbolisieren den unterirdischen Bergbau. Die Ausstrahlung der Seewichtfigur bringt heute an Fasnachtsveranstaltungen alt und jung zum freundlichen Lachen. Wo man als Seewicht auftaucht, hat das Publikum Spaß durch die neckischen Streiche. Kleine Kinder müssen keine Angst haben, wenn die geselligen Kerlchen an den Umzügen Bonbons verteilen und Konfetti schmeißen. Dieses Wichtelgesicht muß man einfach gern haben.

Die Sage:

In einem großen unterirdischen Palast sollen Männlein hausen. Ganz in Kristall gestaltet von strahlender Schönheit und angefüllt mit Gold und Silber aber auch Edelsteinen sollen sie ihn eingerichtet haben und niemand weiß ob damit die uns bekannten hilfreichen Seemännlein oder andere Wichte gemeint sind.

Die Sage berichtet das einst ein Eichener Bauer in einem über alle Maßen trockener Sommer seine jüngste Tochter einem von ihnen zur Frau versprochen habe, wenn die Seewichte seine Felder immer ausreichend bewässern würden. Diese hielten sich an die Abmachung und die Felder und Matten des Bauern grünten prächtig während die seiner Nachbarn zunehmend verdorrten. Das Mädchen hatte wohl etwas leichtfertig zu dem Vertrag ihres Vaters ja gesagt. Denn inzwischen hatte sie einen gutaussehenden Burschen kennen und lieben gelernt, und sie mochte nicht mehr von ihm lassen. Jetzt bekam sie Angst ihr ganzes Leben mit solch einem Wicht tief unten im Berg im Kristallschloß verbringen zu müssen. Sie weinte nachts und sann auf Auswege und je näher der vom Vater ausgemachte Tag herannahte, umso verzweifelter wurde sie. Sie wusste wohl hier würde sie den Männlein nicht entrinnen können.

Da beschloss sie mit ihrem Liebsten die Heimat zu verlassen weit fort wo die Seewichte keine Macht mehr haben konnten. In der letzten Nacht trafen sich die beiden auf der Eichener Höhe und nahmen Abschied von der vertrauten Heimat. Gerade hatte ihr Liebster noch lachend gesagt, die Wichte würden am Morgen sehr dumm dreinschauen wenn sie ihren Lohn -das Mädchen- abholen wollten, da schlug es auf der Schopfheimer Michaelskirche Mitternacht und ein unheimliches Rauschen begann in der Dunkelheit und von allen Seiten quollen Wassermassen hervor. Unter mächtigem Donnern und grellen Blitzen lief die Mulde voll. Die Unglücklichen klammerten sich eng aneinander und ehe sie fliehen konnten schlug der See über ihnen zusammen und sie ertranken. Die Felder und Matten des Bauern wurden weggeschwemmt, dass nur noch der nackte Fels übrigblieb und seine Ernte war zerstört.

Wenn jetzt von Zeit zu Zeit der See wieder einmal steigt dann sagen sich die Eichener Bauern scheu: Das sind die Seewichte, die Unterirdischen. Sie wollen uns wieder mal an den Verrat von damals erinnern.

Unser jährlicher Ablauf:

Naturgemäß ist die Fasnachtszeit vom 6. Januar bis zum Aschermittwoch bzw. bis zur Buurefasnacht die aufwendigste aber auch schönste Zeit für die Vereinsmitglieder, da die Eiemer Seewicht jedes Jahr an Fasnachtsumzügen und Narrentreffen sowie sonstigen fasnächtlichen Veranstaltungen in verschiedenen Städten der näheren und weiteren Umgebung teilnehmen. Beispielsweise besucht man regelmäßig Lumpenbälle, Kappen- und Zunftabende sowie Guggenbälle von befreundeten Fasnachtsvereinen.

Der Buurehemdglunki und das Scheibenfeuer:

Beim Buurehemdglunki zieht der Verein angeführt von einer befreundeten Guggemusik mit lauten schrägen Tönen abends durch das Dorf. Dem Umzug schließt sich die weiß gekleidete und fasnachtsbegeisterte Bevölkerung unseres Dorfes gerne an. Anschließend findet in der Hülschematthalle Eichen der Buurehemdglunkiball mit Tanzmusik und Bewirtung statt.

Das Scheibenfeuer – in manchen Gegenden auch Fasnachtsfeuer genannt – findet dann als Abschluß der gesamten Fasnachtszeit am Buurefasnachts-Sonntagabend auf einem Hügel außerhalb des Dorfes statt. Am Samstag zuvor wird eigens hierfür von den Vereinsmitgliedern mit schwerem Gerät Holz im Dorf gesammelt und zu einem übergroßen Scheiterhaufen gestapelt. Nach dem Anzünden des Holzhaufens bei Einbruch der Dunkelheit, am Funkensonntag, strömt die Dorfbevölkerung mit Kind und Kegel, bewaffnet mit Holzstöcken und Holzscheiben zum Scheibenfeuer. Die Scheiben werden dann auf die Stöcke gesteckt und so lange ins Feuer gehalten bis sie glühen, um anschließend unter lautem Aufsagen eines Scheibenspruches über speziell angefertigte Abschlagrampen mehr oder weniger gut ins Tal hinab geschossen zu werden. Je weiter und höher die glühende Scheibe durch die dunkle Nacht ins Tal fliegt, desto größer der Spaß und das Gejohle der anderen Teilnehmer. Selbstverständlich werden die Besucher auch zu diesem Anlaß vom Verein mit Speis und Trank versorgt.

Zeitintensiv gestaltet sich auch das Zusammenstellen der Schnitzelbank „S`Eicheblättli“ durch einige Mitglieder sowie deren Haus-zu-Haus-Verkauf im Dorf am Buurefasnachtssamstag. In gereimter Form werden Geschehnisse glossiert, die während des Jahres im Dorf passierten. Die Schnitzelbank wird von den Verfassern schließlich am Scheibenfeuer sowie in den Dorfgaststätten sängerisch vorgetragen und ausgespielt.

Obwohl die Fasnachtszeit für den Verein mit viel Engagement verbunden ist, bedeutet das nicht, das die Vereinsaktivitäten während des übrigen Jahres ruhen. An erster Stelle sind die monatlichen Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen zu nennen, in deren offiziellem Teil die vereinsgeschäftlichen Angelegenheiten geregelt werden. Meist schließt sich daran ein inoffizieller kurzweiliger Teil mit geselligem Beisammensein an.